Ein Security Gateway im Fahrzeug ist nur sinnvoll, wenn es zwischen verifiziertem und nicht verifiziertem Zugriff unterscheiden kann. Bei moderner Diagnose geht es deshalb nicht mehr nur darum, ob das Gerät technisch mit dem Fahrzeug kommunizieren kann. Es geht auch darum, wer das Gerät verwendet, welches Gerät registriert ist und ob für den jeweiligen Fahrzeughersteller ein aktiver Zugriff besteht.
Bei TSPro und Troodon-Diagnosen ist dieser Prozess an das DevCom-Diagnoseportal angebunden. Das Portal dient zur Kontoverwaltung, zur Registrierung von Diagnosegeräten und zum Kauf von Zugriffen für die SGW/SFD-Freischaltung bei unterstützten Marken.
1. Konto im Diagnoseportal erstellen
Der erste Schritt ist die Erstellung eines Benutzerkontos. Der Benutzer gibt Benutzername, E-Mail-Adresse und Passwort ein. Nach erfolgreicher Registrierung bietet das System die Möglichkeit, Diagnosegeräte hinzuzufügen und anschließend zu verwalten.
Wichtiger Betriebshinweis: Nach Abschluss der Registrierung muss dem Konto mindestens ein Diagnosegerät hinzugefügt werden. Laut internen DevCom-Unterlagen beträgt die Frist dafür 14 Tage, andernfalls kann das Konto gelöscht werden.
2. Diagnosegerät registrieren
Die Registrierung des Geräts erfolgt über die Seriennummer und einen Verifizierungsschlüssel. Der Techniker muss das Gerät physisch bei sich haben und gleichzeitig die Diagnoseanwendung DiagCenter gestartet haben. Bei TSPro Color und Troodon muss das Gerät mit dem PC verbunden sein, auf dem DiagCenter läuft.
Dieser Schritt ist wichtig, weil der Zugriff auf SGW/SFD nicht anonym sein soll. Sowohl der Fahrzeughersteller als auch der Diagnosehersteller müssen wissen, welches Gerät versucht, eine geschützte Operation durchzuführen.
3. Zugriff für die konkrete Marke kaufen
Nach der Geräteregistrierung können im Portal Lizenzen, Updates und Zugriffe zur SGW/SFD-Freischaltung verwaltet werden. Die Zugriffsarten unterscheiden sich je nach Fahrzeughersteller. In der Praxis werden zwei Grundmodelle verwendet: punkt- bzw. kreditbasierter Zugriff und zeitbasierter Zugriff.
Das Punkt- oder Kreditmodell wird laut DevCom-Unterlagen beim Volkswagen-Konzern verwendet. Der Benutzer kauft Punkte/Kredite, und beim Freischalten eines Steuergeräts wird die entsprechende Anzahl abgezogen. In den Unterlagen ist angegeben, dass für die Freischaltung eines Steuergeräts mindestens 5 Punkte/Kredite vorhanden sein müssen und nach jeder Freischaltung eines Steuergeräts 5 Punkte/Kredite abgezogen werden.
Das zeitbasierte Modell wird bei anderen Herstellern verwendet. Der Zugriff kann zum Beispiel für 1 Tag, 1 Woche, 1 Monat oder 1 Jahr erworben werden. Beim Tageszugriff ist praktisch, dass das 24-Stunden-Fenster erst mit der ersten SGW-Freischaltung startet und nicht zwingend im Moment des Kaufs. Wochen-, Monats- und Jahreszugriffe laufen ab dem Kaufdatum.
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Wie man im normalen Werkstattbetrieb darüber nachdenken sollte
Eine kleine Werkstatt, die nur gelegentlich moderne Fahrzeuge bearbeitet, kann kürzere Zugriffe je nach aktuellem Auftrag wählen. Eine größere Werkstatt mit regelmäßiger Arbeit an neueren Fahrzeugen wird eher längere zeitbasierte Zugriffe oder eine laufende Kreditverwaltung nutzen.
Wichtig ist, Registrierung und Zugriffskauf nicht auf den Moment zu verschieben, in dem das Fahrzeug bereits in der Werkstatt steht und der Techniker den Servicevorgang abschließen muss. SGW ist kein Problem, wenn der Prozess vorbereitet ist. Das Problem entsteht, wenn man erst mitten in einer begonnenen Reparatur darauf stößt.
Praktische Checkliste vor der Arbeit an einem geschützten Fahrzeug
- Ist das Diagnosegerät im DevCom-Portal registriert?
- Ist dem Gerät das richtige Konto und der richtige Benutzer zugeordnet?
- Ist die Lizenz oder der Zugriff für die jeweilige Marke aktiv?
- Steht eine Internetverbindung zur Verfügung, falls der Hersteller sie verlangt?
- Läuft die aktuelle Version der Diagnoseanwendung DiagCenter?
- Weiß der Techniker, ob die Freischaltung zeitbasiert, punktbasiert ist oder durch aktive Diagnosekommunikation aufrechterhalten werden muss?
Ein korrekt eingerichteter SGW/SFD-Freischaltprozess spart Zeit. Der Techniker muss nicht unter Druck entscheiden, und der Kunde erhält keine unklare Erklärung, dass „das Auto die Diagnose nicht zulässt“. Stattdessen weiß die Werkstatt, welche Schutzart das Fahrzeug verwendet, wie sie korrekt freigeschaltet wird und wie der Servicevorgang ohne Umgehung von Sicherheitsregeln durchgeführt werden kann.